von Wolken und Wasser. . .

2014 Bodensee III


 Dritter Tag - die Schweiz

Der dritte Tag begrüßte uns prasselnd. Der Tag war dunkelgrau, nass, dunstig und versprach dies auch zu bleiben. Da es neben Wasser vom Himmel auch Wind hatte und auf dem Wasser wohl kein komfortabler Tag in Aussicht war, brauchten wir ein Alternativprogramm.

Laut Beate hatte sie noch nie echte "Berge" gesehen. Klar:

"Berge haben wir in der Eifel doch auch!“

"Nein, keine Hügel, echte Berge eben."

"Wenn du meinst, aber das sind auch Berge!"

"Komm wir fahren in die Schweiz, dann siehst du was ich meine..."

Also schnell zur Rezeption, da hängt doch eine gute Regionübersichtkarte. Ein kurzer Blick, und ja der Säntis ist mit 2.501m der höchste Berg in der Nähe, fahren wir dahin. Vielleicht klart das Wetter auch etwas auf oder der Gipfel liegt wenigstens im Sonnenlicht. Es fährt ja eine Seilbahn von 1.350m auf 2.472m hinauf, das sollte den Unterschied "Hügel" zu "Berg" deutlich genug machen.

Frische Brötchen mitgebracht erklärte ich Beate das Vorhaben und programmierte anschließend mein mobiles Navi. Ok, 1,5 - 2h Fahrt ist ja vertretbar. Nach dem Frühstück ab ins Auto und auch dort im Bordcomputer die Anschrift eingegeben, aber: Sobald ich die Route berechnen ließ, stürzte der komplette Bordcomputer ab, Neustart, erneut "Berechnen", wieder Absturz! Das ist bisher noch nie vorgekommen, das Auto will also partout nicht in die Schweiz. Wir haben ja noch das Andere, also nicht mehr rechnen, sondern nur noch mitlaufen lassen.

Das Wetter blieb grau in Nass, und wir stiegen langsam auf Höhen, die es in der Eifel nicht gibt, auch wenn es momentan gar nicht so anders aussieht.




Wobei, die Schweiz ist extrem farbig, so komisch wie sich das anhört, alles was dort wuchs, war dermaßen grün, dass es aussah, als hätte man die Pflanzen lackiert. Wir kammen an einem Salatfeld vorbei, das hatte schon etwas von Neongrün!

Wir kamen an der Talstation an: Nebel, Nässe, Kälte - Sichtweite ~250m, vom Berg nichts, aber auch gar nichts zu sehen. Gut, es waren neben dem Rasen noch Felsen zu sehen, auch sahen wir die Gondeln im Nebel verschwinden, aber das war es auch schon. Beate wollte trotz ihrer "Höhenangst" mitfahren, also rein in die Talstation. Den aufgerufenen Preis von 36,00€ pro Person fand ich zwar heftig, aber wann sind wir denn mal im Urlaub.

Nur: Es hingen unmittelbar am Schalter mehrere Bildschirme, die den Gipfel via webcam zeigten und was sah man: Nichts! Nebel - Sichtweite ~250m. Wir entschieden uns wieder zu fahren und kurvten abwärts. Für das Geld machen wir lieber mit Sebastian ein paar Stunden Coaching.

 Unterwegs noch eine kleine Fotosession bei einem wunderschönen Baum:



dann fuhren wir mit viel Kohldampf (mangels Fränkli in der Tasche) Richtung Wallhausen, nicht ohne uns in einem netten Konstanzer Stau zu verlieren...

Wie fand Beate die Schweiz?

"Flach!"

Endlich am CP angekommen begrüßten uns die platzeigenen Störche. Papa Storch (beringt) ist schon seit Jahren Gast, tauchte aber vor einiger Zeit mit einer neuen und unberingten Partnerin auf... Skandal!




Mit Sebastian vereinbarten wir ein Coaching am folgenden Morgen am Seerhein in Konstanz..., das war sinnvoll und wir freuten uns darauf etwas lernen zu können!

Der Hunger wollte bekämpft werden, auf unser mitgebrachtes "Dosenfutter" hatten wir keine Lust, uns stand der Sinn nach "Fleisch", Vielleicht gab es hier einen DönerSchuppen, also wieder ins Auto und nach Litzelstetten, dort sollte es einen Dönerproduzenten und einen Italiener geben. Wir fanden den türkischen Grill sofort, parkten vor der Türe und hörten dann dort, das Döner sei alle, aber wir könnten auch Pizza bekommen. Nur, warum sollten wir in einem solchen Lokal eine Pizza essen? Der Laden war dunkel, schlecht dekoriert und verströmte wahrlich keine Wohlfühlatmospähre. Der Italiener konnte nicht schlechter sein. Also wieder raus hier. 500m fanden wir dann das gesuchte Lokal. Unnd hier wurden Träume wahr. Eine große Terrasse, hochgelegen mit fantastischem Blick auf Mainau und Obersee. Wir saßen in der ersten Reihe, bekamen ein wirklich tolles Essen und der Service war perfekt. Da Beate mich eingeladen hatte, schmeckte es sogar doppelt so gut …




Vierter Tag - Coaching in Konstanz

 Heute sollten wir tatsächlich etwas lernen, sofern es Sebastian schaffen würde, uns etwas bei-zubringen. Wir trafen uns in Konstanz am Seerhein, legten die Boote aufs Wasser und bekamen zuerst ein wenig Theorie vermittelt. Dazu gehörten die Bezeichnungen und Bauteile bei Kanus, Tipps zur sicheren Leinenführung sowie die Auswahl von passender Kleidung / Westen etc...

Dann querten wir den Rhein mit einer Seilfähre und verdrückten uns in eine Ecke, die weniger Strömung aufwies. Die Strömung war nämlich schon recht nett, führte der Obersee doch recht hohes Wasser zu diesem Zeitpunkt.




Natürlich wollten wir auch ordentlich was lernen, daher gibt es vom Coaching selbst auch keine Bilder. Drehen auf der Stelle, Ziehschläge, Paddeltechnik, Paddelhaltung, Sideslip und, und, und, bis uns der Kopf brummte. Zur Erholung wollten wir noch ein paar Meter paddeln und fuhren stromauf bis hinter der Brücke "Sternenplatz" am Rhein-km 0 rechts ein Kanal abzweigte,der Richtung Stadtgarten führt.




Sebastian vergewisserte sich immer wieder, dass wir ihm folgen (konnten) und keine Probleme bekamen. Auch vor dem Kanal und einer unter Wasser liegenden Stufe davor warnte er uns. Er war aber beruhigt, als er sah wie gut wir die Einfahrt bewältigten. Im Kanal hätte ich gerne wieder Bilder von den tollen Farben des Wassers gemacht, aber die Strömung hätte uns direkt rückwärts abgetrieben, hätte ich das Paddeln unterbrochen. Man konnte die Strömung nicht sehen, die Oberfläche war sehr ruhig und glatt, aber es zog schon mächtig. Witzig fand ich auch, dass Sebastian permanent mit wenigen, sparsamen, einzelnen Schlägen voran fuhr und wir mit dem weitaus längeren Boot richtig arbeiten mussten, um ihm zu folgen. Da merkt man die überlegene Paddeltechnik, aber wir sind ja Anfänger und haben noch viel zu lernen... Kein Grund zum Verzweifeln. Die Rückfahrt ging einfach und ich kam wenigstens an ein paar Bilder.




Eigentlich wollte Sebastian ja meine Bugfrau befreien, aber seit dem Lehrgang ist sie eher entfesselt und freut sich über das Gelernte. Jetzt müssen wir nur noch Beate dazu bringen, sich auch mal alleine in ein Kanu zu setzen... Aber bei jeder Ausfahrt wird Neues oder nicht so gut Sitzendes geübt und Beate erstrahlt in neuem Selbstbewußtsein. Dieser Tag war jetzt schon der lohnendste des ganzen Urlaub und dieser Kurzlehrgang mit Sicherheit nicht der letzte, den wir gemacht haben. Ich kann dies jedem nur empfehlen.



Vierter Tag - einfach nur auf dem See

Jetzt werden die Freunde schöner Bilder wieder auf ihre Kosten kommen..., weniger Text und mehr für die Augen:

Wir luden die Amadahy wieder auf und liessen sie im Überlinger See wieder aufs Wasser, wir wollten lediglich etwas Paddeln...



Beate hatte ihren Spaß an jeder Welle, die unseren Weg kreuzte und juchzte im Bug bei jedem Auf-und-Ab.




Natürlich gab es auch wieder einen Abstecher an den Teufelstisch, der auch im Schatten eine ganz spezielle Ausstrahlung hatte.



Allmählich stellte sich eine ganz besondere Abendstimmung ein und wir paddelten raus, etwas vom Ufer weg, dabei kreuzten selbst Piraten unseren Weg. Die Titelmelodie von "Fluch der Karibik" schallte dabei dank starker Lautsprecher über das Wasser.




Das Panorama, das sich uns "boot", bedarf keiner weiterer Worte...




Wir saßen dort bestimmt 2h und dümpelten vor einer Kulisse, die verwunschen wirkte und von Minute zu Minute farbenprächtiger wurde. Wir sprachen kaum, hingen unseren Gedanken nach und niemand wollte "Schuld" sein, die Amadahy zu wenden und heimzufahren.




Aber es musste sein und so gönnten wir uns schnell noch einen Blick vom Ufer über dieses Schauspiel…