über Wasser, Wolken, Stahl und mehr. . .

Accessoires

Hier findet man kleine, nützliche Teile, die kein "richtiges Projekt" darstellen, sonder eben mal schnell gemacht wurden...

  1. Eine Auflage für eine Snooker-Kugel
  2. Einen Tabakbeutel
  3. Füße für einen LED-Industrie-Flutlichtstrahler
  4. Einen Anhänger für einen WC Schlüssel
  5. Bildschirmhalter für Ikeas Ivar-Regal

1 Der "Snooker-Lappen"

Snooker mögen Beate und meinereiner gleichermaßen. Auch wenn ich persönlich mich immer recht verloren an einem 12" Tisch fühle und die großen Distanzen bei gleichzeitig so kleinen Bällen und Taschen fürchte. Schwer genug beim 9-Ball eine vernünftige Figur an einem kleineren Tisch zu machen... Aber die letzten 3 Jahre waren beim Snooker wirklich faszinierend. Taktik, Safe-Spiel & Breakbuilding haben (ohne Namen zu nennen) ein schwindelerregendes Level erreicht und es gab manch langen Frame, bei dem in einer halben Stunde kein Ball fiel, aber eine Spannung zum Fingernägelknabbern herrschte.

Beate wollte schon lange unbedingt eine schwarze Snooker-Kugel und erfüllte sich jetzt den Wunsch zum  Jahresende. Dann sprach sie mich an, ob ich noch ein Lederläppchen übrig hätte... Ich hatte direkt eine tolle Idee, aber nein, ein Läppchen reicht. Sie bekam einen Lederrest mit Loch und modelliertem Rand...: vorerst!

Nun war ich ohnehin krank zuhause und der PC steht direkt am Bett. Also entwarf ich ein Lederläppchen in Form eines Snookertisches.

Alles gar nicht so einfach, die Proportionen und Maße sollten ja stimmen. Gut, die schwarze Kugel wäre dann der große Ausreißer. Die Kugel wurden beim Klischee zylindrisch, sie mussten ja eine Menge Druck ertragen.

Als Rohling sah das ja noch recht ansprechend aus.

Aber beim Färben ging es dann irgendwie schief. Der Farbblocker blockte nicht, die Abklebungen entwickelten massive Kapillarkräfte, die Farbe wurde fleckig und zu dunkel, die Taschenlöcher waren einen Tick zu groß. Es gefiel mir einfach überhaupt nicht!

 daher ich machte dieses Teil erst gar nicht fertig. Zudem sind 3,0 mm Leder zu wenig um eine Snooker-Kugel zuverlässig am Wegrollen zu hindern, ein leichter Stoß genügt und "sie bewegt sich doch", das hat uns dieses provisorische Läppchen schon mal gelehrt...

Also still und heimlich meine ursprüngliche Idee hervorgekramt und eine vernünftige Auflage kosntruiert und gedruckt.

Die Auflage ist exakt für 52,45mm (2 Zoll) geformt und da rollt bis zu Beben von 5,2 auf der Richter-Skala gar nichts mehr weg. Dieser "Kugelthron" wird mit feinstem, roten Leder bezogen. Natürlich muss das Leder satt anliegend verklebt werden, gespannte Partien, sind wie Faltenbildung absolut unerwünscht.

Um den Kontrast zu erhöhen, gerade durch die Wirkung der Lichtkante, wird die Unterseite mit schwarzem Velourleder bezogen. So ist auch von der gedruckten Form gar nichts mehr zu sehen.

Einen sehr schönen Kontrast bildet das matte Leder zu der glänzenden Kugel.

Und da thront sie dann ...

Ok, das gefällt. Auch Beate ist zufrieden und nun kann Sie sie selbst auf dem Lautsprecher positionieren, ohne sie nach jedem Film wieder aufheben zu müssen...


2. Der Tabakbeutel

Auch hier stand zunächst der Ärger über das nachgebende Klischee, aber letztlich ist es ja nur ein Tabakbeutel... ich legte mir also doch den verunglückten Rohling zurecht,

betrachtete ihn mir noch mal und machte einfach weiter...

Ich entschied mich dazu, die raue Oberfläche einfach vom Rand bis zum Rand über das ganze Lederstück zu punzieren.

Die Fehler verschwanden so einigermaßen, ich hätte aber dennoch das Schwert fester prägen müssen und nicht schon beim "Klong" die Presse wieder öffnen sollen.

Aber als Tabakbeutel sollte es ja brauchbar sein. Die Aufnahme der Blättchen sollte innen liegen und nicht schnöde aufgesetzt, wie bei den Beutel, die man kaufen kann.

Das Krifon-Logo war aber wieder sehr schön geworden...

Dann wurde es in "Ochsenblut" gefärbt.

Die verzierten Seitenteile wurden verklebt und vernäht. Damit beim Kleben die vorgefertigten Löcher wirklich sauberübereinander liegen, führten Zahnstocher das erste und das letzte Loch. So gelang eine perfekte Flucht.

Nach einem ausreichenden Ablüften des Klebers, wurde das Garn eingefädelt, dann das Leder verpresst und ,it einer ordentlichen Sattlernaht vernäht.

Die fein abgestuften Färbungen im Leder kommen im Blitzlicht leider überhaupt nicht raus, Im Original ist er wirklich viel hübscher...

Die Vorderseite wird dadurch, dass sich der Druckknopf noch der Vernickelung entledigen wird und dann das echte Messing durchkommt, ebenfalls im Laufe der Zeit noch gewinnen.

Der Blättchenspender ist zwar fummelig nachzufüllen, aber weitaus schöner als die klassische Variante der Massenhersteller.

Zum Schluss wurden alle Kanten erneut beschnitten, verrundet, geschliffen und nachgefärbt.

Zwar nicht ganz wie ursprünglich geplant und erwartet, aber erst mal durchaus brauchbar... Auf zu den nächsten Projekten... (Buckler und Torpedo)

3. Eine vernünftige Arbeitslampe

Am dringendsten war ein vernünftiges und ausreichend helles Arbeitslicht. Hier entschied ich mich für eine starke LED-Flutlichtlampe, die direkt und indirekt ein recht weißes Licht erzeugt. Wie die meisten Industrielampen besaß sie ab Werk zwar einen Haltebügel für die Decken- oder Wandmontage, aber vernünftig hinstellen konnte man sie nicht. Schnell waren zwei stabile Füße mit jeweils 4 Auflageflächen für einen unerschütterlichen Stand konstruiert.

Es sollte im Jugendstildesign gestaltet werden, erinnerte aber meine Herzdame (die die Lampe auch sehr gerne zum Puzzeln verwendet), durch die Symmetrie eher an Batman...

Mit soliden Bolzen befestigt können sie sich nicht verdrehen und funktionieren hervorragend. Die Auflageflächen wurden mit weichem, schwarzen Velourleder beklebt, dies gleicht feine Unebenheiten aus, mildert beim Punzieren Vibrationen und verhindert Kratzer auf empfindlichen Oberflächen.

Meist nutze ich die Lampe als Deckenfluter, so gibt es kaum Schatten, bzw. Spiegelungen beim Arbeiten und die Ausleuchtung ist so zwar diffus, aber dennoch sehr kräftig, eine gut geeignete Arbeitslampe!


4. WC-Anhänger

3-D Druck ist praktisch, auch für Sachen, die man nicht unbedingt aus Leder machen will, so z.B. einen Anhänger für den WC-Schlüssel in der Firma, Hier verzichtet man zugunsten einer Desinfektion natürlich ohnehin auf Leder. Groß genug sollte er sein und natürlich aussagekräftig. Die nötige Inspiration fand ich auf Thingiverse, aber anpassen und konstruieren musste ich es doch selbst.

Ein sich selbst erklärendes Design...

Mit einer ausreichend großen Schlaufe, um ihn im WC an den Kleiderhaken hängen zu können.

Natürlich bekam er jetzt auch einen festen Platz im Büro.

Na ja, den Kollegen war es egal, aber zumindest ich habe Spaß daran und muss ihn nicht mehr suchen...

5. Monitorhalter für Ikeas Ivar-Regal

Mein Monitor hat nach rund 13 Jahren endgültig den Geist aufgegeben. Der neue sollte daher direkt etwas größer werden. Das Arbeiten in Gimp / Fusion360 und Cura konnte dadurch nur gewinnen. Aber erst kam das benötigte DVI auf HDMI Kabel nicht an, und dann hatte ich noch keine Lösung, für das entstehende Hauptproblem, denn auf einen 2.ten Monitor wollte ich nicht verzichten:

Direkt nebeneinander passten die Monitor jedenfalls nicht mehr, aber eon weiteres Regalbrett für den 2. Monitor freiräumen, kam eigentlich vom verfügbaren Platz her, nicht in Frage. Da müsste man rechts ein komplettes Brett für rausnehmen und dann wäre das verblieben sogar nur zur Hälfte nutzbar. Platz ist rar! Sollte er denn jetzt tatsächlich alleine bleiben?

Nein, wir haben doch einen 3D-Drucker. Schnell die benötigten Maße auf den Bildschirm gebracht...

und schon sah der Halter ganz brauchbar aus.

Der Drucker war bereits nach 20,5h fertig, Cura hatte doch 21,8h kalkuliert...?

Ja, alle Kanten gerundet, ..., 4 Aufnahmen für die Stahlstifte,

Vier Löcher für die M4 Schrauben

Perfekt, passt!

Strom und PC anschließen und einfach nur noch auf der richtigen Höhe einhängen...

Wackelfrei und richtig solide.

Endlich wieder 2 Bildschirme.


Hier wird wohl immer wieder mal etwas dazukommen... ;-)