über Wasser, Wolken, Stahl und mehr. . .

Die "Red Shadow"

Bombard Aerotec 380

1. Ein Boot für Lorenz

Einen riesigen Vorteil haben Kinder an Gewässern auf denen die Regeln der Seeschifffahrt gelten, also im Geltungsbereich des Sportbootführerscheins SEE. Hier gilt bis 3,68 kW lediglich, dass der Bootsführer körperlich und geistig in der Lage sein muss, das Boot sicheer zu führen. Aber eine Altersbeschränkung gilt hier nicht. Und so ist es völlig legal für einen 12 Jährigen mit seinem eigenen Boot z.B. alleine durch den Hamburger Hafen zu fahren. im Gegensatz zu den binnen geltenden Regeln, nach denen der gleiche 12 Jährige z.B. auf der gefährlichen Lahn oder Mosel nicht mal unter Aufsicht eines Führerscheininhabers das Ruder übernehmen darf. OK, mit Logik und gesundem Menschenverstand hat das nichts zu tun..., aber es sind halt gültige Verordnungen...

Hier oben in Stade sind wir aber im Bereich "See" und so bekam Lorenz sein eigenes Boot, allerdings gab es direkt klare Regeln, die damit verbunden waren:

Wenn:


  • einmal ohne angelegten Quickstopp gefahren wird,
  • einmal ohne angelegte Weste gefahren wird,
  • einmal alleine ohne Begleitung eines zweiten Bootes im Hauptfahrwasser gefahren wird,

steht das Boot am Folgetag auf ebay wieder zum Verkauf...

Das Boot hat für ein Schlauchi eine geniale Rumpfform, die durch einen doppelten Hochdruckboden erreicht wird, dessen Flanken für ein echtes Deep-V sorgen...

Diese Bodenhochdruckplatten sind beim richtigen Druck erstaunlich stabil und verwinden sich auf dem Wasser kaum, was die guten Fahreigenschaftenm erklärt.

Nur der Überegang zum mysteriös geformten Heck ist nicht wirklich sinnvoll konstruiert. Dazu später mehr...

Selbst mit seinem netten 5PS Motor war noch mit 2 Personen gute Gleitfahrt (~25 km/h) angesagt...

Dank der Tasche, war der Motor auch optisch in hervorragendem Zustand.

Hier gut zu erkennen die im Rumpf angebrachten Eignerangaben....

die zusammen mit Namen und Heimathafen am Spiegelheck im Geltungsbereich der SEE-Regularien für ein Kleinboot durchaus ausreicht. (Binnen benötigt man ein für diese Motorisierung zur Kennzeichnung des Kleinfahrzeugs schon ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen.)

Im Minipool erfolgte Taufe und Probelauf des Motors...

dann wurde das Transportproblem dank des niedrigen Gewichtes des Bombard recht pragmatisch gelöst...

Sliprampe Grünendeich...

Das Gespann wird geparkt und Lorenz wartet auf die Jungfernfahrt...

Letzte Vorbereitung auf dem Kameraboot...

Start.

Läuft!

Meine Hecdkwelle hat es ihm angetan.

Dann geht es ins Hauptfahrwasser der Elbe.

Große Begegnungen

Sicher querab

Schöne Tage gehen aber auch zu Ende...


2. Der Spritzschutz

Bedingt duch die Adaption des 30PS Motors trat ein konstruktives Problem in Erscheinung, duch die Übermotorisierung wurde es natürlich enorm verstärkt. So gut das tiefe V bei rauerem Wasser und niedriger Motorisierung war, so schlecht war die hintere Kante für das entstehende Spritzwasser bei kräftiger Motorisierung und hoher Geschwindigkeit. Auf diesem Bild ist der komisch geformte Übergang gut zu erkennen.

Die Fuge zwischen den gerade auslaufenden Platten und der rund ausgeschnittenen Spiegelplatte zieht das Wasser ab ca. 30 km/h geradezu nach oben. Je schneller das Boot je schwerer der Motor, umso stärker der Sogeffekt und das senkrecht am Spiegel hochschießende Wasser...

Hier sieht man das gut, obwohl das Video eine sehr schlechte Qualität hat. Ab der 10. Sekunde beim Beschleunigen, wird Wasser regelrecht ins Boot gepumpt...

Die Motorhöhe war durch eine Auflage von 15mm schon perfekt, es spritzte ja auch nicht der Schaft, wie bei einem unpassenden Langschaftmotor an einem Kurzschaftspiegel, sonder eben senkrecht am Spiegel hoch. Dieses Spritzwasser musste "gebrochen" und mindestens bis zur Horizontalen abgelenkt werden. Dazu konstruierte ich aus Hart-PVC Platten und Profil eine Spritzschutzplatte die zwischen den montierten Augen für die Slipräder und der aufgesetzte "Transomplatte" durch reine Klemmkraft befestigt wurde.

Zwei stabiloe aber dünne Bastelplatten in fast perfekter Rumpffarbe wurden zugeschnitten, eine Aussparung für den Schaft des Motors vorgesehe, damit der volle Trimmbereich erhalten bleibt,

diese Platten wurden dann mit einem stabilen PVC-Winkel vernietet,

dann wurden Aussparungen ausgesägt, die genau auf die Beschlagteile der abnehmbaren Slipräder passen.

Ein simples Bauteil...

Bei der Montage steht der Spritzschut erst unter Spannung, bis er unter das aufgesetzte Transombrett (Serie) rutscht

Nun sitzt es dort bombenfest, kann aber auch ohne Werkzeug jederzeit schnell wieder demontiert werden.

Die Stärke des PVC-Profils entspricht genau der Nut im Beschlag...

Gut zu erkennen, dass durch das geringe Spiel in der Nut, das ganze Profil dicht an der Spiegelwand anliegt.

Von unten ist kaum eine Fuge zu erkennen

Von oben sieht man die Klemmfunktion des Transombretts, welches das Profil bis zu den Nieten überdeckt.

Fast über die komplette Breite des Spiegels liegt das Profil an und die auskragende Platte steht in einem sauberen rechten Winkel ab.

Hier kommt das Wasser auch bei einem schweren und starken Motor nicht mehr ins Boot, der Hintern bleibt trocken!

Zur Nachahmung empfohlen. Es ist schnell gebaut, billig und 100% wirkungsvoll: