über Wasser, Wolken, Stahl und mehr. . .

Meine HiFi-Historie

Also die historische Entwicklung meiner "Stereoanlage"....

Richtig begonnen hat alles mit einer Musiktruhe, einer Blaupunkt Arizona Baujahr 1965. Nachdem sie nicht mehr fein genug war für das Wohnzimmer, rettete ich sie das erste Mal und gewährte ihr gerne Asyl in meinem Kinderzimmer.

Sie bestand aus einem Blaupunkt Stereo-Röhrenradio mit 2x4 Watt, magischem Band, inkl. Aux Eingang (DIN), und einem Schallplattenwechsler von Perpetuum Ebner, ein damals sehr beliebter PE 66 mit Reibradantrieb. In der Musiktruhe waren 4 Lautsprecher verbaut, in einem quasi offenen Gehäuse. Es waren zwei Tiefmitteltöner, oval 26x18cm und zwei vollständig geschlossene Konus-Hochtöner mit 10cm Durchmesser, die seitwärts im rechten Winkel zu den TMT abstrahlten.

Die Hochtöner waren mit einem kleinen Kondensator vor zu tiefen Frequenzen geschützt, Frequenzweiche würde ich das eher noch nicht nennen. Dennoch hatte diese Kombination einen tollen Klang und spielte, wenn man ehrlich ist, laut genug.

Für die Schublade reparierte ich mir dann schnell ein defektes Tonbandgerät, so war die erste Anlage recht schnell komplett. (Später bekam die Schublade übrigens noch eine schöne Aufgabe über den Tod der Musiktruhe hinaus.) Dieses Tonbandgerät war ein Uher Variocord 263. Dank eingebauter Lautsprecher konnte ich das Gerät sogar mit ins Internat nehmen.

Defekt an diesem Gerät war lediglich ein durchgescheuertes Netzkabel, welche es geschafft hatte, die innere Feinsicherung zu killen. Kabel neu befestigt, Sicherung getauscht und an die Musiktruhe angeschlossen: Schon konnte ich Platten  und Radio in ganz passabler Qualität aufnehmnen. Für das Internat besaß ich auch einen witzigen Philips Plattenspieler GF 423, zusammenklappbar, abwaschbares Design, mit eingebautem Lautsprecher und er lief sogar mit Batterien, war aber...

klangtechnisch viel näher an einem Plattenhobel, denn einem Plattenspieler. Auch dieser Plattenspieler wurde über ein Reibrad angetrieben, nun, damit hatte ich ja schon einige Erfahrungen gesammelt.
Aber ich hatte richtig Spaß an diesen Geräten, Das Uher war ja sogar schon ein Stereogerät. Die ersten Platten, die ich mir zuhause aufnahm, waren Alan Parson Projekt "Tales of mystery and imagination" und Jethro Tulls "Aqualung", beide erhielt ich von meinem Nachbarn. Dieser audiophile Nachbar lud mich zu meiner ersten Hörsession ein, nachdem ich gehört hatte, dass er über 3.000 LPs besitzen sollte und ich ihn darauf ansprach. Ich war sehr gespannt und erinnere mich noch genau, wie ich bei ihm das erste Mal Konserven-Musik in ihrer ganzen Pracht genießen durfte. Er hatte einen Yamaha YP800, ein geradezu professionelles Gerät, er verzichtete völlig auf Lautsprecher und hörte ausschließlich mit einem Koss Elektrostaten dem ESP 9. Ich weiß noch, wie mir dieser Kopfhörer die Ohren zusammenpresste, bis ich von der Umwelt gar nichts mehr mitbekam. Ein recht unangenehmes Gefühl, aber dann kam aus dieser Stille die Musik! Ich war hin und weg. Mein Nachbar freute sich über meine Begeisterung und schenkte mir einen Stapel guter Musik. Da er stets nass abspielte, meinte er, müsse er die Scheiben gelegentlich ohnehin erneuern und diese habe er aktuell doppelt da. Und schon war ich in einem Musikrausch und hörte nicht mehr die gleiche Mainstream Musik wie meine Altersgenossen, jetzt gab es Jethro Tull, Led Zepplin, Crosby-Stills-Nash-Young, oder auch Neill Young alleine. Die Musik begeisterte mich.... meine Zimmerkameraden eher weniger. Der einzig normal empfangbare Radiosender in Prüm/Eifel war RTL, und sie fanden alles toll was da so gespielt wurde, was soll ich sagen.

Dann bekam ich zu Weihnachten, speziell für das Internat einen für damalige Verhältnisse

riesigen Radiorecorder, Silver ST 858. Die eingebauten Lautsprecher, immerhin 2 Wege, waren nicht das Gelbe vom Ei, aber das Tape war nicht schlecht und das Radio sogar genial. Ich bekam nun auch SWF3, SWF2 und SWF1! Das Erste, was ich mir besorgte, waren eine Menge CrOSuperII Bänder von BASF und meinen ersten vernünftigen Kopfhörer, mit vergoldetem 6,3mm Klinkenstecker, (das erste Mal, dass ich so etwas sah). Einen edlen und wohl auch sehr seltenen Dantax. Über diesen Kopfhörer findet man gar nichts mehr, der Hersteller hat ihn wohl nur sehr kurz produziert. Gekauft hatte ich ihn in einem HighEnd-Laden in Neuwied. Ich ging da als 13-Jähriger rein und fragte nach einem tollen Kopfhörer und schwärmte von dem gehörten KOSS-Elektrostaten. Ja, man kannte diesen Kopfhörer, aber die Preise, die dort an den Geräten standen, ließen mich damals, (wie auch heute), schwindelig werden. Der Inhaber fragte mich, was ich denn so hören würde und wieviel ich ausgeben wolle. Da ich immer in unserem Restaurant beim Bedienen Sonntags half, hatte ich mir mit Trinkgeld 80,00DM erspart, (das war damals eine Menge Geld, ich bekam normal 5,00 DM Taschengeld je Woche). Er musste wohl Mitleid mit mir gehabt haben, verschwand nach hinten ins Lager, gab mir diesen leichten Dantax und meinte, der würde 50,00 DM kosten, dabei zwinkerte er mir mit einem Auge zu. Ich habe den Kauf nicht bereut und erst fast 10 Jahre später habe ich den Kopfhörer mit einem Sony MDR-V5 und einem Sennheiser HD 430 ersetzt. (Heute nutze ich übrigens für die stillen Momente einen einfachen, aber recht musikalischen Grado SR60e ...(Danke an Werner Enge für den guten Tipp, den tollen Preis und die schnelle Lieferung!), den kleinsten und leichtesten Kopfhörer des Herstellers, aber der Preis allein sagt ja nicht alles.)

Damals erschlossen sich mir völlig neue Welten und zwar vor allem, nachdem wir im internat zu Bett gehen mussten und striktes "Licht aus & Silencium" galt. Ich nahm Hörspiele, wie z.B. "War of the worlds" mit Frank Laufenberg als Sprecher (aktuell auf youtube verfügbar!), Dürrenmatts "Der Doppelgänger", oder Gahls "Schießbefehl", aber auch LP-Vorstellungen auf SWF3, und komplette Konzerte auf. Dann wurde ich fast erwischt, als Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" gesendet wurde und ich das Lachen nicht mehr zurückhalten konnte. Als dann beim zweiten Teil des Hörspiels meine ganze Gruppe gleichzeitig kicherte, ich hatte ja kräftig die Werbetrommel gerührt "Müsst ihr unbedingt hören", konnte das ja nicht unentdeckt bleiben und Schwester Imma konfizierte einige Geräte und Kopfhörer im Zimmer nebenan. Ich kam nochmal davon und wurde noch vorsichtiger...

Zuhause bahnte sich derweil eine HiFi-Krise an: Da ich jetzt ja so einen tollen Radiorecorder hatte, sollte die Musiktruhe weg! Sie nähme zu viel Platz weg. Mein Widerspruch, "Das ist doch mein Zimmer, den Platz brauche ich nicht, die kann stehenbleiben!" war sinnlos. Jetzt musste ich sofort etwas tun, denn ansonsten kam ich in 2 Wochen aus dem Internat und das Teil wäre einfach weg. Zu oft ist es mir so ergangen. Also, zerrte ich die Schublade heraus, demontierte das Röhrenradio und die Lautsprecher. Das Röhrenradio kam offen, mit der Skala nach vorne, in die aufrecht gestellte Schublade, das innere Plattencover der "Aqualung" kam an die Rückwand und wurde so genial von der Skalenbeleuchtung illuminiert. Alle Funktionen waren gegeben. Die Lautsprecher kamen in einfache "Open-Baffle" Schallwände und die Truhe durfte meinetwegen gehen. (Ein Jahr konnte ich das toll klingende Gerät so retten, dann wurde es doch entsorgt, wie immer, während ich im Internat war. Begründung war, ich hätte es durch den Ausbau ja kaputt gemacht und außerdem sei es viel zu gefährlich... echt ohne Worte.)

Im Internat waren auch Kinder reicher Eltern, wir hatten einen Oberprimaner, der rückte eines Tages tatsächlich mit  einem Paar Technics SB 10000 zu Karneval im Internat an. Das waren Hornlautsprecher, die damals so teuer waren, dass manche Väter das in einem Jahr nicht verdienten. Er hatte das mit unserem "Chef", dem Priester Herrn Leitges so ausgemacht und am Weiberdonnerstag stellten sie die Lautsprecher dann in die Aula: Statt mit dem üblichen Gong, wurden wir Schüler an diesem Morgen mit AC/DC "Hells Bells" geweckt. Die absolute Show!
Nun wusste ich ja schon mal, was gut war, was mir gefiel und wie es sich anhören könnte. Immer auf der Suche nach Verbesserungen, bediente ich mich regelmäßig auf dem Gebrauchtmarkt, machte manches Schnäppchen und erlitt manchen Schiffbruch, hier eine kleine Zusammenstellung, Geräte, die kamen und teilweise gingen, bis heute...

Zunächst fiel mir erneut unsere Familienstereoanlage zu, Telefunken, mit no name "Made in Denmark" Speakern, 4 Wege, 5 Lautsprecher und angeblich sollten sie 200W verkraften, Kamen aber schon bei den 50Watt des Telefunkens ganz schön ins Trudeln.

Dabei war auch der Tuner TT350, aus der gleichen Serie, mit dem ich aber nie wirklich warm wurde, ausser schöne Leuchtdioden, hatte er nicht viel zu bieten.

Der Plattenspieler war gar nicht so schlecht, immerhin ein DirectDrive mit einem Ortofon Concorde STD System. (Auf dem Foto hier ist ein anderes System, das Concorde habe immer noch, mit einer DJ-Nadel und 4g Auflagegewicht ist er bei alten Platten immer noch passabel.)

Dann "erbte" ich auch noch die Anlage meines Großvaters, hier war der Verstärker aber leider durch Oxidation in äusserst schlechtem Zustand, der Tuner war besser,

und der Plattenspieler wieder ganz passabel, DirectDrive, Quartz-geregelt, aber das originale System war natürlich hin...er hat mich dann mit dem Ortofon Concorde aber ebenfalls noch lange begleitet.

Das Tape war knapp über dem Durchschnitt.

Tapes haben eine hohen Verschleiß bei mir gehabt, denn ich nahm immer viel auf, so kam ich auch zu dem wirklich nicht zu verachtenden Grundig-Schubladengerät CF-7100

auch ein Standard Hitachi D22s war ein paar Jahre im Einsatz.

Als Lautsprecher setzte ich immer noch die oben angeführten no-name Brocken ein, die sich aber einem 20 DM Schnäppchen geschlagen geben mussten, meinen geliebten Dual CL 185. Diese Lautsprecher haben keinen exakten bzw. trockenen Bass, aber alles in allem sie spielen einfach schön, sie musizieren sehr harmonisch, und die großen Kalotten haben Schmelz und Verve. Mittlerweile habe ich sie an meine Herzdame gegeben und sie wird sich niemals von ihnen trennen.

Dann gab es endlich mal einen vernünftigen Verstärker, brandneu ein Pioneer Reference Amplifier A676, den ich später an meinem Sohn weitergab und der heute noch in seiner Studentenbude fein musiziert.

Zu diesem Gerät stellte ich ihm noch ein paar Kenwood KL 888x,

einen billigen DVD Spieler und ein leidlich gutes Tape Kenwood KX-3080 zur Verfügung.

Alles Teile meiner Zweitanlage, hatte ich mir doch schon kurz vor seiner Geburt einen vernünftigen Verstärker gegönnt. Ein Parasound Vorverstärker PS/P 1000, der klanglich wirklich sehr fein gearbeitet hat, bis, ja bis er von den digitalen Formaten überholt wurde, er schlummert aktuell im Fundus in seiner OVP...

mit dem passenden Endverstärker HCA 1206, ein über 30kg schwerer 6 Kanal-Bolide, brückbar, mit 120,000 uF im Netzteil und der peaks von 30A lieferte, bei 2 Ohm einen stabilen Betrieb gewährleistete, THX zertifiziert war und eigentlich eine separate Sicherung brauchte...

Diesen Verstärker musste ich einfach kaufen. denn ich gönnte mir zum Pioneer A676 zwei Teufel M200 und einen M6000. Wunderbarer Klang, nur wenn man es gerne mal etwas lauter hätte... Empfindlichkeit liegt bei 87dB/1W/1m. Klar verkraften die M200 auch 200 Watt, aber man kann ja mal nachrechnen:

87db = 1W

90db = 2W

93db = 4W

96db = 8W

99dB = 16W

102dB = 32W

105dB = 64W (das macht eine La Scala übrigens schon bei 1W, und die verträgt 300W)

108dB =128W

111dB= 256W (Rechnerisch! Da haben aber die Spulen lange die weiße Flagge gehisst.)

Jedenfalls brauchten die Teufel mehr Leistung und ich rief bei Teufel an: man habe mir ja schöne Lautsprecher verkauft, aber was, bitte schön, sollte ich da als Verstärker dranhängen? Im HighEnd-Shop wollte man mir zwei Krell-Monos für einen deutlich 5-stelligen Kurs anbieten. Man empfahl mir, einigermaßen bezahlbar, eben den obigen Parasound, (die Endstufe begleitet mich ebenfalls noch heute). Ich nahm Kontakt zum Händler auf, hinterlegte 10 Euro-cheques als Kaution und hörte eine Woche Probe... Ok, Fehler! Als ich den Verstärker zurückbrachte und der Pioneer wieder "ranmusste", nahm ich umgehend einen Kredit auf, kaufte den Verstärker, Vorverstärker und bestellte ebenso nochmal 3 Stück M200 für Surround und als Center. Zur magnetischen Abschirmung des M6000 orderte ich in einem noch die angebotenen Zusatzmagnete und gönnte mir auch noch Sonys größten Trinitron Fernseher. So war ich dann einige Jahre zufrieden und glücklich.

Nach wie vor, konnte ich manchen Schnäppchen einfach nicht widerstehen. So kam ich auch an die oben erwähnten Kenwood KL888x, die wurden im Boote Forum in einem Paket mit zwei brückbaren Denon-Endverstärkern, dem passenden Vorverstärker (mit Triggerausgang), dem o.a. Tape, einem Denon-CD-Player (defekt) und einem Pioneer-Tuner, nebst einem riesigen Hifi Rack und einem Denon "Ergänzungs-Surround-Verstärker", angeboten. Manche Mitglieder wussten gar nicht, worüber man da redete und machten das Angebot als viel zu teuer nieder, da musste ich dann einfach zuschlagen...

Seit dem Parasound PS/P 1000 war ich ja stärker auf Heimkinosound fixiert. Und da digitalen Formate wie dolby digital, dts sowie die Derivate EX / ES mittlerweile bis 7.2 reichten, ersetzte ich den Parasound Prozessor durch dem Yamaha RXV-1400 RDS als Prozessor und Vorverstärker. Immerhin bot er die benötigten Vorverstärker-Ausgänge, Radio, Einmessautomatik, viele DSP-Programme und auch einen brauchbaren Phono MM Eingang.

Der Umzug nach Stade stand an und wir erwarben vorher noch einen neuen, sehr teuren LCD-TV und einen Festplatten-DVD-Recorder Pioneer DVR 433H.

Ja, der Bildschirm war größer, als bei der schweren Sony-Röhre, aber noch nie war ich bei so einem teuren Gerät so enttäuscht, obwohl er eine gute Antireflexbeschichtung bot.... Ich liebe es, Filme wie im Kino im Dunkeln zu sehen, mit dem Sony KV-32 WXD war das ja auch kein Problem, aber der neue Philips LCD konnte definitiv kein "Schwarz", das war eher ein laues Grau. Bei wirklich dunklen Szenen erkannte man gar nichts. Und Fernsehen, ohne zusätzliche Beleuchtung im Raum ging gar nicht!, denn alles was richtig schwarz sein sollte, leuchtete weitaus stärker als eine Leinwand, da nützte es auch nicht die Helligkeit komplett raus zu nehmen...

In Stade angekommen, wurde es durch die Form des Wohnzimmers knifflig, die Anlage für einen vernünftigen Surround-Betrieb aufzubauen, aber für die Front gab es nun eine Ikea-Regallösung

auch für die Elektronik, der Denon lief dann am Subwoofer, die anderen Lautsprecher hatte ich mal testweise nur am Yamaha hängen, der prinzipiell ja zu den starken Vertretern seiner Art gehört....

und die Surround-Lautsprecher kamen einfach an die Decke...

So richtig zufriedenstellend war das mit den Teufeln aber nicht, die große Parasound-Endstufe durfte bald wieder übernehmen.

Dann kamen Scheidung, Umzug zurück ins Rheinland in eine "Bruchbude", die später in einigen Räumen erhebliche Schimmelprobleme bekam. Erst Stall, dann Werkstatt und nun Einfamilienhaus... Dieses winzige Häuschen hatte keinerlei Wände, die parallel waren. Weder die Aussenwände noch Decke und Boden. Die Innenwände waren Paneel / Rigips / Holzkonstruktionen. Interessant wurde es dann, als ich feststellte, dass genau diese desolate "Bretterkonstruktion" im Front und Rearbereich wie riesige Baßabsorber funktionierten. Unglaublich welch tiefen Frequenzen da später durch den Klipsch Subwoofer wirklich sauber wiedergegeben wurden! Keine Moden, keine stehenden Wellen - absolut irre die akustischen Eigenschaften des Zimmers...

In diesem Häuschen habe ich viel experimentiert. Um auch mal 7.0 auszuprobieren, (der Subwoofer lief bis heute ja nie über den LFE-Kanal, immer parallel zu den Hauptlautsprechern), erstand ich wieder im Boote-forum ein Pärchen M300D Dipole zu einem mehr als fairen Kurs. (Hier als obere Effekt-Lautsprecher für das Yamaha Cinema DSP wie Hall, Jazz-Club oder Rock zu sehen.)

Ja, auch den unbefriedigenden Fernseher habe ich dort endlich getauscht, Ich steigerte das Format auf immerhin 50" und habe mich für ein Modell entschieden, dass tatsächlich wieder richtiges Kinovergnügen dank sehr guter Schwarzwerte bot. einen Samsung Full HD Plasma TV, Gut, er hatte andere Probleme, z.B. die hirnrissige Sortierung der Kanäle und die hohe Heizleistung, er pumpte auch im Sommer permanent 500W Wärmeleistung in den schlecht isolierten Raum, das war richtig gut spürbar, wenn man an ihm vorbeiging. (Auch der Parasound lieferte Wärme schon im Leerlauf, das war bei warmen Wetter echt schweißtreibend.)

Aber dieses Mal war das Bild Klasse, sein 3D System bot sehr niedriges Ghosting, dafür waren die Brillen "sauteuer", und mit dem CI+ interface genoss ich auch HD+ im Abo.

Allerdings wurde ich immer unzufriedener mit meinen schon über 25 Jahren alten Teufel-Lautsprechern. Gerade wenn man laut hört, was in diesem Häuschen ja perfekt funktionierte und ich ja nicht mal meine eigene Familie störte, fehlte den Lautsprechern die richtige Dynamik um auch bei hohen Pegeln noch impulsive Einsätze bei Musik darstellen zu können. Die Homogenität im Sourround war das Eine, Dynamik und klare laute Darstellung z.B. von Blechbläsern, Schlagzeugen, also gerade im HT-Bereich ließen doch sehr zu wünschen übrig. Gemeinsam mit Beate besuchten wir Achenbach Akustik in Friesenheim und Werner Enge in Elze. Werner hatte mich leicht überzeugen können und so sollten erst mal ein paar alte  Klipsch Heresy I für Abhilfe sorgen, zumal sie nur 3km von mir entfernt standen und gut erhalten sein sollten und auch waren.

Zwar älter als die Teufel, sollten sie dennoch das Problem an der Wurzel packen können. Ok, das Probehören war enttäuschend, denn es konnte immer nur ein Lautsprecher an einer Tchibo Billiganlage mit defektem rechten Kanal gehört werden, aber ich konnte wenigstens feststellen, das in jedem Lautsprecher alle drei Systeme Strom bekamen und auch die Hörner ohne kratzen funktionierten.

Der Preis von 500€ für das Paar war verlockend, also packte ich die Lautsprecher ein, fuhr nach Hause und war direkt begeistert. Das war wirklich dynamisch und packend. Bei Rock´nRoll ein Traumlautsprecher, aber auch bei Klassik noch richtig brauchbar.

Wie man hier erkennen kann, musste ich auch den stets parallel laufenden Sub ersetzen, denn auch dieser hatte ja den typisch bescheidenen Wirkungsgrad der Teufel, er war auch konstruktiv dazu bestimmt direkt parallel zu laufen und ab 50Hz nach unten zu übernehmen. So wurde aus den 8Ohm 2 Wege System ein 4 Ohm 3 Wege System. Die viel effektiveren Heresy spielten ja fast dreimal so laut mit ~ 96 db/1W/1m, da war vom M6000 nicht viel zu hören. Ein regelbarer, also aktiver Sub aus dem gleichen Hause sollte dazukommen..., den Klipsch SW 115 lieferte mir dann natürlich Werner Enge direkt an meine Arbeitstelle.

Ein kleines Monster, der mit einem 15" Bass weitaus mehr Druck machte, als der M6000 mit seinen 2 x 30cm Basschassis.

Zusammen mit den Heresy war das schon mal ein ganz anderer Snack...

Als Fronteffekt waren die M200 noch tragbar, aber die Surroundspeaker-M200 und die M300D waren unzureichend. Das konnte ich im Level mit dem Yamaha kaum noch ausgleichen, außerdem war die Homogenität dahin. Und vor allem, jetzt hatte ich Blut geleckt.... mein nächster Wunsch waren noch ein paar gebrauchte Heresys, ideal 3 Stück, dann hätte ich wieder 5 identische Lautsprecher am Start, diesesmal aber eben im absolut dynamischen Bereich. Die Augen und Ohren hielt ich also offen. Wir genossen die Zeit durch verstärktes Hören im Stereobereich, hatten aber auch Spaß am urgewaltigen Bass in diversen Filmsequenzen. Der Bass verursachte allerdings auch Kollateralschäden, so fingen manche Dekoartikel an zu wandern, andere zeigten Auflösungserscheinungen oder wurden gar zerstört:

Die Suche nach dem perfekten Surround mit einer schönen tonalen Balance ging weiter ...

Aber, nein, was war das denn, da standen ein paar La Scala I in München zu einem berauschend niedrigen Kurs. Ok, hier waren ja auch die MT und HT fast identisch, was wiederum der Homogenität im Videobetrieb zu Gute kommen sollte. Tonal sollte das passen. Ich nahm Kontakt auf und am folgenden Wochenende fuhr ich mit Beate sehr früh los....

Nur das Probehören gestaltete sich wieder einmal knifflig, scheint ein Klipsch Problem zu sein. Der Plattenspieler funktionierte nicht richtig, der Verstärker besaß auch nur noch einen funktionierenden Kanal und das Radio hatte keine Antenne. Egal. Das Rauschen aus dem Radio, (es sind ja alle nötigen Frequenzen enthalten), sollte doch ausreichen, um zu beurteilen, ob alle Systeme Strom bekamen und ob sie Töne produzierten. Erst den rechten Lautsprecher, dann den linken getestet. Ok, aus allen Hörnern kamen Töne, auch wenn sie angeblich über 10 Jahre nicht mehr im Betrieb waren. Der ältere Verkäufer, der die Scalas bei Eröffnung des Saturns in München vor >40 Jahren selbst gekauft hatte, war völlig perplex, dass man so Lautsprecher testen konnte. Bezahlt und ins Auto geladen. Ich hatte vorher gemessen und es sollte passen, zwar knapp aber... Ja!

Auch die faltbare Sackkarre für den Transport bekamen wir wieder hinein. Ich nehme an, der C5 ist der einzige Kombi mit dem das überhaupt möglich war. Wir waren gespannt, wie sich die Lautsprecher zuhause mit Musik anhören würden. Mit Beate bekam ich sie natürlich nicht über die enge und steile Selbstmordtreppe ins Wohnzimmer, also wurden sie für eine erste Hörsession in der Küche bei der Zweitanlage aufgestellt.

Den Tisch nach vorne geschoben, setzten wir uns einfach auf den Boden und starteten mit passender Musik, Ella Fitzgerald und Louis Armstrong mit" autumn in New York" durfte beginnen.

Und ja, wir waren völlig weg, was diese alten Lautsprecher an dem kleinen Verstärker da von sich gaben. Ella und Louis waren bei uns zu Gast! Wir hörten bis tief in die Nacht hinein, obwohl wir ja schon >12h im Auto gesessen hatten.

Eigentlich ist es schon echt witzig, man ersetzt 25 Jahre alte Lautsprecher durch Exemplare, die über 40 Jahre auf dem Buckel hatten, heute sogar noch gebaut werden und verbesserte sich dadurch enorm. Die Lautsprecher hatten ja lange pausiert und spielten in den nächsten 2 Wochen immer besser und freier, geradezu ein neues "Einspielen". Ein Freund half mir dann die Geräte nach oben ins Wohnzimmer zu wuchten. Ein Teufel-Pärchen nebst Sub kam jetzt runter in die Junggesellenküche

(was man unschwer an den dort hängenden Aussenbordern erkennen kann)

und ersetzten dort die Kenwood, die ich von meinem Sohn zurückbekommen hatte. (Als er mit seiner Mutter aus dem Haus in Stade in eine Mietswohnung umzog, fand er meine guten Regallautsprecher von Quadral irgendwie "passender".)

Der Subwoofer auf der Scala legte klanglich auch nochmals zu. Keine Verstärkung durch den Boden mehr, keinerlei Dröhnen, präzise und trockene Impulse bei Musik, brutal und markerschütternd bei Filmen mit den richtigen Tiefbassanteilen. Ich kann nur empfehlen mal den subwoofer hochzustellen. Bei vielen Freunden haben wir so auch erhebliche Verbesserungen bei der Anregung der unerwünschten Raummoden messen und hören können, einen Versuch ist es allemal Wert.

Die Heresys mussten zunächst im Doppelpack den Center ersetzen, das schafften die Teufel ja gar nicht. Während im Surround je 2 M200 gestackt versuchten mitzuspielen. Die M300D durften sich am Rearback-surround versuchen, gingen aber gegen die gewaltige Front schlichtweg unter und wurden bald wieder ganz aus der Kette verbannt.

 Nun war das nächste Thema nach wie vor der Center, dann könnten die Heresys als Surround dienen, eigentlich Schade und etwas oversized, aber das würde tonal sicher ein Kracher. Aber was tun? Eine einzelne Scala wäre genial, ist aber so selten wie ein 6er im Lotto. Bekäme man ein ein preiswertes Pärchen, könnte man wieder rumspielen, 3 Scalas vorne und 2 Heresys im Surround, oder 4 Scalas rundum und Heresy Duo weiter als Center? Mal sehen was kommt.

Zeitgleich wollte ich auf jeden Fall die Rückwand, die ja so genial als Bassfalle diente, auch für die hohen Töne bedämpfen, man saß ja unmittelbar vor den Paneelen und die Reflexionen waren schon deutlich als solche zu hören. Ein Design-Langflorteppich bekam das aber dann doch recht gut in den Griff. Und dann trat das Unvorstellbare ein, es wurde eine einzelne Scala versteigert, diese wurde bisher schon als Center in einem Heimkino verwendet und war zu diesem Zweck schwarz lackiert worden. Ich steigerte mit, unterlag dann aber mit meinem Höchstgebot von 501,16€ einem Bieter der bis 510,00€ ging. Ich ärgerte mich schwarz und schalt mich selbst einen Narren. Selbst mit 1.000€ wäre es für mich doch die Traumlösung gewesen. Aber, unglaublich.... 4 Tage später lief die Aktion erneut: Laut Angebotstext ein Spaßbieter! Super, sofort nahm ich Kontakt zum Verkäufer auf, beschwor ihn, den Lautsprecher aus der Auktion zu nehmen und dann war diese Scala die Meine - Perfekt!

3 Scalas in der Front, 2 Heresy im surround und einen potenten Bass, der in diesem Raum sauber einen unglaublichen 20Hz-Ton reproduzieren konnte! (Hier gut der Hochtondämpfende Teppich zu sehen.)

Kein Dröhnen, keine Moden, obwohl die 20 Hz Welle rechnerisch nicht mal in den Raum passte. Ok, ab einem gewissen Pegel hörte man leise Geräusche von Dekoartikeln und vom CD Regal, aber das ließ sich nicht verhindern, ohne den Raum leer zu räumen. Resonierende Gegenstände die deutlich zu hören waren, wurden bedämpft oder mussten den Raum verlassen. Und auch die Homogenität passte wieder. Alle Lautsprecherpegel waren in einem regelbaren Bereich. (Heresy zu Scala waren 9 dB Unterschied, das ging noch ganz gut und ließ sich mittels dem eingebauten DSP manuell wegbügeln. Ein Schalldruckmesser (Geburtstaggeschenk von Beate) leistete mir dabei wertvolle Hilfe. Die ach so oft berufene Homogenität stellte sich sofort wieder ein. Kam von vorne eine Harley und fuhr durch das Bild, entfernte sich hinten auch eine Harley, da fuhr dann keine Honda weiter. Der Hubschrauber kam von hinten und war am lautesten, wenn er über einem war und nicht wenn er die Hauptlautsprecher erreichte. Regen fiel gleichmäig vom Himmel, und ein Sprecher der redend zur Seite aus dem Bild lief bekam keinen plötzlichen Stimmbruch mehr. Faszinierend würde Spock sagen.

Dann erfüllte ich mir noch einen Wunschtraum aus der Jugendzeit: Licht und Nebel. Ein freundliches Boote-forum Mitglied spendierte mir dazu auch noch ein paar DMX Kabel,

so dass ich die 3 LED Strahler im Master-Slave Verbund fahren konnte, eine billige Nebelmaschine, (meine größte "Dampfe"), verstärkte die optischen Effekte, ein rot/grüner Laser malte hübsche Muster an die Wand und zwei Wassereffektstrahler (ebenfalls musikgesteuert und Master/Slave gekoppelt) illuminierten die Scalas...

der grüne und rote Laser...

Die Strahler sorgten dafür, dass es in den Pausen nicht ganz dunkel im Raum wurde.

Bei meinen Hörsessions und z.B. bei Silvester war das wirklich genial, wobei Beate davon nicht so begeistert war, den Nebel hasste sie gar regelrecht. Alle Lichteffekte, bis auf einen Wassereffekt, sind daher leider seit dem Umzug nach Plaidt OVP im Fundus

Da wurde manche Disco blass... Klang & Licht!

Ergänzend wuden auch meine Dampfgeräte hübsch im Regal beleuchtet.

Dann zogen wir zusammen und die Anlage fand ihr Plätzchen im Plaidter Wohnzimmer, das zwar größer, aber nicht mit den außergewöhnlichen akustischen Eigenschaften von der Bruchbude in Montabaur gesegnet ist.

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